Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 10.11.2016

Die „Gemeinsame Initiative von Bund und Ländern zur Förderung leistungsstarker und potenziell besonders leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler“

Begabungsförderung ist nicht nur in der deutschen Bildungspolitik ein topaktuelles Thema, sondern schon länger ein europäisches Anliegen. 2007 erarbeitete eine Gruppe von Wissenschaftlern im Auftrag des Europaparlaments das Strategiepapier „Meeting the needs of gifted children and adolescents – Towards a European Roadmap“. Anschließend richteten die Nationen den Blick auf die eigene Bildungslandschaft.

Nach relativ unverbindlichen Äußerungen im Jahr 2009 ist der Handlungsbedarf 2015 für Deutschland konkretisiert worden. Seit 2016 liegt nun ein verpflichtendes „Programm zur Förderung leistungsstarker und leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler“ vor. Darin heißt es:

„Als innovatives High-Tech-Land können wir es uns aber nicht leisten, kluge Köpfe unentdeckt zu lassen. Deshalb wollen wir vor allem diejenigen fördern, die Potenzial haben, deren Leistungsstärke aber bisher noch nicht erkannt wurde.“

Zur Zielgruppe gehören also ausdrücklich und „vor allem“ (!) auch diejenigen Schüler/innen, die trotz hohen Begabungspotentials mäßige bis schlechte Leistungen erbringen. Dass diese Schülergruppe, deren Förderung die eigentliche Herausforderung in der Begabungsförderung ist, jetzt auch in den Fokus gerückt wird, ist eine richtig gute Nachricht – und ebenso, dass Bund und Länder einen finanziellen Bedarf für diese Anstrengungen anerkannt haben!

geschrieben von Sabine Küster