OGGS Glashütte

 

Unsere Schule hat über die Jahre immer wieder Schüler beheimatet, die schneller lernen und anders angesprochen werden müssen. Da wir  ständig an die Grenzen gestoßen sind und mit unserer Arbeit nicht zufrieden waren, entwickelte sich unser Team in unterschiedliche  Richtungen, nämlich diejenigen, die etwas verändern und diejenigen, die alles so belassen wollten. Das war einer der Gründe, warum wir uns auf den Weg gemacht haben und uns als SHiB-Schule zertifizieren ließen. Während der drei Jahre bis zur Zertifizierung gab es für das Kollegium immer wieder die Möglichkeit andere Schule zu besuchen, um für unsere Schule Ideen zu entwickeln.oggs-glashuette-logo

Daraus ist dann das Raumkonzept in einer entsprechenden Farbgestaltung in den Klassenräumen entstanden, das durch Unterstützung einer im Bereich Innenarchitektur ausgebildeten Schulbegleitung mit entwickelt wurde. Sie gab uns als Hochbegabte und mit der Erfahrung ihrer hochbegabten Kinder viele Anregungen, um die unterschiedlichen Begabungen unserer Schüler zu erkennen und diese individuell mehr zu fördern. Das dies zu Unruhe im Team führte und letztendlich auch zur Spaltung, ist sicherlich klar. Doch haben wir uns nicht von dem Weg zu individuellen Unterrichtung von Schülern abbringen lassen und denjenigen, die diesen Weg nicht mitgehen wollten die Möglichkeit geschaffen, an einer anderen Schule eine neue Heimat zu finden. Für die immer noch vorhandenen Teammitglieder und die neuen Kollegen ist es enorm wichtig, dass Absprachen im Team getroffen werden und eingehalten werden müssen. Nur so kann Erarbeitetes und neu Ausprobiertes implementiert werden.

Raum- und Farbkonzept sind wichtige Eckpfeiler. Darüber hinaus gibt es dann auch Dinge wie das Lernen außerhalb des Schulgebäudes, das momentan unser großer Schwerpunkt in der Umsetzung ist. Das gesamte Außengelände wird so verändert, dass alle festen Spielgeräte abgebaut werden und eine ständig neu zu erkundende Außenanlage den Schülern zur Verfügung stehen soll. Die Schüler erhalten also nicht nur im Gebäude und im Unterricht Anregungen, sondern auch draußen.

Zu den Eingangs erwähnten Absprachen gehören auch non verbale Klassenregeln, die in allen Klassen eingeführt wurden und somit das Arbeiten aller Kollegen erleichtert. Alle kennen die Regeln und können im Vertretungsfall immer davon ausgehen, dass diese allen Schülern bekannt sind. Auch die Schüler profitieren von der Struktur – sie müssen sich bei Klassenaufteilungen nicht auf Situationen in andren Klassenräumen einstellen, denn es ist überall gleich. Um eine große Transparenz zu schaffen, wurden die Eltern auf den ersten Elternabenden darüber informiert. Das schafft Vertrauen und gibt den Eltern das Gefühl, dass sie mit im Boot sind.

Ich als Schulleitung versuche natürlich genauso transparent zu sein und meine Kollegen immer zeitnah über Neuerungen, dazu gehören auch Ideen, zu informieren und sie daran teil zu haben.

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Frau Bolz-Lahrmann, Schulleiterin

Ihre Vorschläge finden, soweit es möglich ist, Beachtung. Zu meinen Aufgaben gehört aber auch, dass ich Absprachen den neuen Kollegen erkläre und vorstelle und sie in einem angemessenen Zeitraum einfordere – natürlich auch bei den alt Eingesessenen. Um Unsicherheiten zu vermeiden und den Einzelnen im Team zu stärken, biete ich allen kollegiale Hospitationen an, jederzeit Gesprächsaustausch und seit einem Jahr auch ein individuelles Coaching. Regelmäßige Teamsitzungen am Montag sind nun fester Bestandteil unserer Arbeit.

 

Momentan nutzt unsere LiV in Vorbereitung auf ihre anstehende Prüfung in regelmäßigen Abständen das angebotene Coaching aus. Das Kollegium fordert es noch nicht so intensiv, sicherlich aufgrund meiner Position. Da bietet sich dann das Coaching beim Schulsozialarbeiter unserer Schule an, der gut in unser Team eingebettet ist. Darüber hinaus gibt es noch die intensive Zusammenarbeit im OGGS-Team, also Schulleitung, Stellvertretung, Leitung der Betreuung und Schulsozialarbeiter, die sich regelmäßig austauschen und unterstützen.

Insgesamt ist das Großteam gut aufgestellt und weiß um die Ressourcen, die es im Notfall abrufen kann. Das macht kollegiale Arbeit und Weiterentwicklung zu mehr Individualität von Unterricht aus.

Für alle Kollegen ist der Weg ersichtlich und meine vorgegebene Struktur klar. Jeder kann sich darin frei entfalten, allerdings müssen die Absprachen immer eingehalten werden.

 

geschrieben von Alrun Bolz-Lahrmann, Schulleiterin der OGGS Glashütte

 

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